Wer hat sie nicht schon einmal im Museum oder vielleicht auch in Großmutters Küche gesehen? Den großen weißen Küchenherd mit Metall Reling, großer Kochfläche und Backofefach? Bereits Ende des 17. Jahrhunderts kamen die ersten Küchenofen auf, um die Arbeit der Hausfrauen bzw. Bediensteten in den Häusern zu erleichtern. Waren diese Küchenherde zu dieser Zeit noch vollständig gemauerte Küchenherde, so kam zur Mitte des 19. Jahrhunderts dann der erste Holzherd ganz aus Metall gefertigt auf. Diese Art Küchenofen blieb lange Zeit weit verbreitet in den Haushalten das Back- und Kochinstrument erster Wahl. Erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts verbannten immer mehr Menschen den klassischen Holzherd aus Ihren Küchen. Aber noch bis in die 50er Jahre hinein, galt der Küchenofen für viele Haushalte als Kochstelle erster Wahl.
Heute ist der klassische, mit Holz gefeuerte, Küchenofen fast vollständig aus den Häusern und Wohnungen in Deutschland verschwunden. So musste der Holzherd im Laufe der letzten 60 Jahre den immer effektiveren und sparsameren Elektro- und Gasherden weichen. Auch der entstehende Schmutz bei der Feuerung mit Holz und die nicht gleichmäßig zu haltende Koch- und Backhitze taten ihr Übriges um dem Küchenherd heute nur noch zu einem Nischendasein zu verhelfen. Nichts desto trotz werden auch heute noch moderne Nachbauten der altbekannten Reling Herde von einigen Herstellen (Wamsler, Haas & Sohn etc.) gebaut. Äußerlich ist so mancher Küchenofen kaum von seinen Ahnen zu unterscheiden, innerlich aber ist so ein moderner Holzherd nach aktuellen Erkenntnissen und Techniken aufgebaut.
Neben Repliken alter Holzherde mit klassischer Metall Reling werden in den letzten Jahren auch wieder vermehrt neue, kreative Küchenherd Designs angeboten, die es ermöglichen auch in modern gestalteten Wohnungen auf das Kochen und Backen mit dem Holzherd nicht zu verzichten. Moderne Küchenofen sollten alle die DIN EN 12815 erfüllen. Achten Sie vor dem Kauf unbedingt auf ein entsprechendes Zertifikat. Gerade im Hinblick auf die immer strenger werdenden Abgasverordnungen sind auch Küchenofen mit niedrigen Emissionswerten, den älteren Öfen vorzuziehen.
Die meisten aktuellen Küchenherde liefern eine Heizleistung von etwa 5-8KW. Diese Heizleistung reicht meist schon zum Beheizen einer ganzen Wohnetage in einem einigermaßen gut wärmegedämmten Haus aus. Achten Sie beim Kauf darauf, dass der gewünschte Küchenherd nicht zu viel Heizleistung für die Räumlichkeiten bietet. Schnell überheizt man den Raum und fühlt sich unwohl oder muss gar die Fenster öffnen um die Wohnung abzukühlen. Im Sinne des Klimaschutzes ist das doch eher kontraproduktiv.
Neben einer meist großzügig dimensionierten Kochfläche bieten die meisten Küchenherde auch einen geräumigen Backofen mit einem am Schauglas angebrachten Thermometer zur Temperaturkontrolle. Darüber hinaus sind auch noch Holzablageeinschübe oder Ablagefläche am Küchenofen vorhanden, die zumindest die kurzzeitig benötigte Holzmenge zur Lagerung aufnehmen können.
In den letzten Jahren sind zusätzlich zu den beschriebenen Küchenofen Varianten noch Holzherde in Kombination mit einer Wassertasche im Handel erhältlich, die einen Teil ihrer Heizenergie noch in den regulären Heizkreislauf zur Heizungsunterstützung abgeben können. Hier sind Holzherde mit Leistungen zwischen 8 und 20KW üblich. Wobei ein 20KW Küchenherd bereits problemlos ein ganzes Haus und mehr mit Wärme versorgen kann.
Achten Sie unbedingt vor dem Kauf darauf, ob Ihre Wohnung bzw. Haus statisch einen Küchenofen aushält, da gerade ein wasserführender Holzherd einige hundert Kilo wiegen kann. Nicht, dass der Küchenofen nach einigen Tagen ein Stockwerk tiefer als Vorgesehen zum Stehen kommt! ;-)
Viel Spaß mit Ihrem Küchenherd und viel Erfolg beim Kochen und Backen damit!
Holz- und Kohleofen [interner Link]
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