In Zeiten vor Streichholz, Feuerzeug und sonstigen modernen Mitteln um ein Feuer zu entfachen waren die Menschen darauf angewiesen mit funkenschlagenden Werkzeugen das Feuer in Gang zu bringen. Hatte man dabei keinen Zunder, der sehr leicht zu glimmen anfing, konnte das Feuermachen eine sehr mühselige Arbeit werden. Welche Materialien man auch heute noch als Zunder nutzen kann um weit ab von Zivilisation und ohne Feuerzeug ein Feuer entzünden zu können, erfahren Sie, wenn Sie diesen Artikel über Zunder noch ein wenig weiter verfolgen.
Die wohl bekannteste Form des Zunders bei Outdoorfreunden ist wohl der so genannte Zunderschwamm (lat. fomes fomentarius). Er gehört zu der Familie der Porlingsartigen und ist in Wäldern der klimatisch gemäßigten Zone weit verbreitet. Er findet sich an verschiedenen (Laub)Baumarten und besiedelt besonders gerne (Rot)Buchen, Birken und Pappeln. Das innere weiche Fruchtfleisch des Schwamms kann getrocknet werden und dann als Zunder zum Feuer machen eingesetzt werden.
Neben dem Zunderschwamm kann auch aus Streifen der papierdünnen, weißen obersten Schicht der Birkenrinde ein leicht zu entzündender Zunder hergestellt werden. Voraussetzung für ein gutes Gelingen ist natürlich auch hier ein möglichst trockenes Zunder Material. Jegliche Feuchtigkeit erschwert die Arbeit enorm.
Ebenfalls leicht herzustellen ist ein Zunder aus trockenem Laub. Um eine möglichst große Angriffsfläche für die geschlagenen Funken zu bieten muss das Laub sorgfältig zerrieben werden. Ein wenig erschwerend beim Entzünden dieses Zunders ist das nicht immer leicht zu sehende Glimmen im Laub. Ansonsten funktioniert diese Methode mit richtig trockenem Laub sehr gut.
Auch eine interessante Alternative zum Zunderschwamm sind gesammelte Flugsamen vom Löwenzahn oder verschiedener Distelarten. Die sehr feine Struktur der Samen bietet den Funken eine sehr gute Angriffsfläche um sich festzusetzen. Allerdings ist bei dieser Zunderform zu beachten, dass bei einer zu klein gewählten Menge das Material sehr schnell abbrennt und die Zeit nicht ausreicht das Feuer schnell mit weiterem Material zu nähren. Darüber hinaus ist dieser Zunder nur zu bestimmten Zeiten im Jahr verfügbar.
Findet man weder Zunderschwamm, noch trockenes Laub oder Flugsamen hilft zu guter Letzt vielleicht etwas trockenes zersetztes Holz aus alten Baumstämmen oder Ästen. Zerrieben bietet zerfallendes Holz ebenfalls einen ganz guten Zunder. Etwas schwierig dabei ist sicherlich auch wirklich trockenes „Bröselholz“ im Wald zu finden. Ist es auch nur leicht feucht, hat meine keine Chance auf ein wärmendes Feuer.
Findige Outdoorexperten kennen sicherlich noch weitere Möglichkeiten um mit wenigen Hilfsmitteln ein Feuer zu entfachen, aber für diesen Artikel sollen die hier vorgestellten Zunder Arten genügen. Übrigens gibt es in vielen Outdoorshops auch speziellen, vorgefertigten Zunder aus verschiedenen Materialien zu kaufen, falls man sich nicht die Mühe machen will Zunderschwamm und Co selbst zu sammeln und zu trocknen um bei der nächsten Trekkingtour geeignetes Material dabei zu haben.
Auch wenn Sie kein ausgewiesener Outdoor oder Survival Fan sind, falls sie Kinder haben, sollten Sie mit Ihren Kindern unbedingt mal eine kleine Entdeckungsreise zum Thema Feuer machen um ihnen zu zeigen, was alles geht. Abenteuerfeeling ist da garantiert! ;-)
Viel Erfolg mit Zunder und Zunderschwamm!
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