Der Kanonenofen wurde schon im 19. Jahrhundert gerne genutzt. Der Name dieser Öfen leitet sich von ihrer Form ab, die einem großen Kanonenrohr sehr ähnelt. Aufgrund Ihrer kompakten Bauweise waren Kanonenöfen früher sehr beliebt, da auch kleine Räumlichkeiten ohne großen Raumverlust effektiv beheizt werden konnten. Da damals (wie zum Teil auch heute noch) der Ofen in der Wohnung, der Mittelpunkt des sozialen Lebens war, gab es neben dem einfachen und schlichten Kanonenofen auch sehr schön verzierte und dekorative Kanonenöfen bei den wohlhabenderen Kaufleuten und Adeligen zu bestaunen.
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Kanonenöfen / Werkstattöfen sind kompakte zylindrische Öfen mit einem Feuerungsschacht oben und einem darunter befindlichen Ascheschacht in den die Glut und Asche beim Abbrand fallen kann. Ist der Kanonenofen üblicherweise in runder Bauform anzutreffen, so ist der Werkstattofen meist in rechteckig, zylindrischer Bauform auf dem Markt erhältlich. Antike Kanonenöfen trifft man übrigens immer mal wieder mit einem Ofensockel aus Holz an. Ob dies aus Gewichtsreduktionsgründen so gebaut wurde, bleibt allerdings Spekulation. Vielleicht war auch einfach die Herstellung des Kanonenofen so günstiger und einfacher.
Der Aufbau antiker Kanonenofen ist sehr schlicht. Ihre Hülle besteht meist aus einem einzigen Gusseisenmantel mit den entsprechenden Gitterrosten im Inneren. Werkstattöfen haben dagegen meist bereits im inneren eine Auskleidung mit Schamottesteinen um die Hitze zumindest ein wenig halten zu können und besitzen heutzutage oft auch eine etwas ausgeklügeltere Luftzufuhrtechnik, die es erlaubt den Abbrand des Holzes etwas besser zu regulieren, als das im Kanonenofen möglich ist.
Der Werkstattofen ist dafür gedacht schnell und einfach einen Raum kurzfristig aufzuheizen, aber wenig Platz zu belegen. Daher haben die meisten klassischen Werkstattöfen nur eine recht geringe Heizleistung von etwa 2-5KW, die allerdings zum Heizen eines Einzelraumes meist völlig ausreichen. Aber auch Werkstattöfen mit größeren Heizleistungen sind mittlerweile auf dem Markt zu haben. So sind auch 6-8KW (und mehr) möglich. Allerdings geht diese verstärkte Heizleistung auf Kosten der Abmessungen vom Werkstattofen.
Der Werkstattofen muss keine dekorativen Eigenschaften besitzen (im Gegensatz zum Kanonenofen in der Wohnung) und bietet dem Auge meist einen sehr schlichten und funktionalen Anblick. Allerdings wirkt sich diese Einfachheit auch oft auf den Kaufpreis aus. So ist ein kleiner Werkstattofen schon ab etwa 300 - 400 Euro im Baumarkt zu bekommen. Wunderwerke der Technik, Effizienz und Haltbarkeit sollte man sicherlich für diesen Preis nicht erwarten. Ihren Zweck, die Werkstatt, das Atelier etc. aufzuheizen erfüllt so ein Werkstattofen allerdings durchaus in den meisten Fällen. Wie so oft ist dem Preis eines Werkstattofen nach oben kaum eine Grenze gesetzt. Je nach Anforderung und Geschmack können auch Kosten von über 1000€ für einen Werkstattofen durchaus zu Buche schlagen.
Der klassische gusseiserne Kanonenofen wie er früher üblich war ist heute als moderner Nachbau kaum noch erhältlich. Die heute als Kanonenofen angebotenen Kaminöfen bieten dafür allerdings auch moderne Heiztechnik und bessere Energieausbeute als ihre antiken Pendants. Es gibt noch eine Handvoll Hersteller, die Replikate besonders schöner antiker Kaminofen herstellen. Hierfür muss allerdings meist auch recht tief in die Tasche gegriffen werden (jenseits der 1000€ Marke), dafür erhält man allerdings ein authentisches Heizerlebnis mit modernen Materialien. Alternativ finden sich auf verschiedenen Plattformen auch noch immer einige Angebote für antike Kanonenöfen zum Kauf. Hier reicht die preisliche Bandbreite etwa von 100.- bis 1000.- Euro je nach Erhaltungsgrad, Verzierung und Seltenheit der Stücke. Mit etwas Geduld und Leidenschaft ist hier aber sicher auch noch das ein oder andere Schnäppchen zu machen.
Viel Erfolg bei der Suche nach einem passenden Werkstattofen / Kanonenofen!
Dauerbrenner [interner Link]
Ebenfalls interessant als Alternative zum einfachen Werkstattofen sind so genannte Dauerbrenner. mehr dazu hier.
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